Die Rassisten
Schwarze Haare, rotes Blut und einen goldenen Ohrring hatte Nicolas, der da einmal geäußert hatte, er sei stolz, Deutscher zu sein.
Schwarz war sein Haar, rot war sein Blut, golden war sein Ohrring.
Gehend auf der Straße begegnete er einigen Ausländern. "Scheise Nazi!", ward er benannt und gespuckt war vor seine Füße.
Gehend auf der Straße wunderte sich Nicolas, der die Sozialisten wählte aus Überzeugung, und setzte unbekümmert seinen Weg fort.
Gehend auf der Straße begegnete er einigen Schülern. Betont ignoriert wurde er, denn in der Schule fand die große Woche gegen den Rassismus statt.
Gehend auf der Straße fragte sich Nicolas, wann er sich zum Rassismus bekannt haben solle und setzte unbekümmert seinen Weg fort.
Gehend auf der Straße begegnete er einigen Glatzköpfen seines Alters, die ihn da lauthals belobigten und ihm konfuse Mitgliedschaften anboten.
Gehend auf der Straße ward Nicolas angewidert von Alkoholgeruch und ihm fremden Meinungen und setzte unbekümmert seinen Weg fort.
Gehend auf der Straße begegnete er Menschen mit wilden Frisuren und Weltanschauungen, zu denen die seine eigentlich auch zu zählen sei.
Angehalten auf der Straße wurde Nicolas gerufen, beschuldigt, bepöbelt, geschlagen, getreten.
Liegend auf der Straße dachte Nicolas, was sei falsch daran, sich seiner Nationalität bewusst zu sein, trotzdessen alle Völker als des gleichen Rechtes würdig anzusehen und sein Land zum Glücke geführt sehen zu wollen.
Schwarz war sein Haar, rot war sein Blut, golden war sein Ohrring und rot war auch der Boden unter seinem Körper.
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